Geschichte
Die Entwicklung der Prothetik und deren studentische Lehre an der Universität Rostock
| 1907 | Gründung der Zahnärztlichen Fachkrankenanstalt in der Rostocker Bismarckstraße als erste ihrer Art in Deutschland durch Johannes Reinmöller. |
| 1909 | Johannes Reinmöller, Privatdozent für Zahnheilkunde an der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock, führt einen Kursus für Zahnersatzkunde und Orthodontie ein. Das Vorlesungsverzeichnis für das Wintersemester 1910/11 kündigt erstmals einen „Kursus für Zahnersatzkunde“ an. |
| 1913 | Ernennung Reinmöllers zum Professor mit Lehrauftrag. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges wird er als Sanitätsoffizier eingezogen. |
| 1914 | Hans Moral, Privatdozent und nun kommissarischer Leiter am Zahnärztlichen Institut hält Vorlesungen und Kurse für Zahnersatzkunde und Orthodontie. |
| 1919 | Ernennung Morals zum Oberarzt der Technischen Abteilung. Er führt sogenannte „Parallelkurse“ in die prothetisch-orthodontische Ausbildung ein. Neben den Kursen „Besprechung neuer Arbeiten“ und „Materialkunde“ führt er 1921 die Vorlesung „Klinische Technik“ ein. |
| 1920 | Johannes Reinmöller verlässt Rostock aus persönlichen Gründen. Als Nachfolger wird Hans Moral auf den Lehrstuhl für Zahnheilkunde berufen. |
| 1926 | Hans Schlampp, ein Spezialist der Zahnersatzkunde wird von Moral mit der Leitung und Reorganisation der prothetisch-orthodontischen Abteilung betraut. |
| 1933 | Wegen seiner jüdischen Abstammung wird Hans Moral im April 1933 von der Landesregierung beurlaubt und bald darauf aus seinem Amt entlassen. Er wählt am 6.8.1933 den Freitod. Matthäus Reinmöller tritt die Nachfolge an. |
| 1936 - 1938 | Neubau der Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten in der Strempelstraße als eine der modernsten Kliniken Europas. |
| 1939 - 1945 | Zu Beginn des 2. Weltkrieges Umwandlung der Klinik in ein Lazarett für Kiefer-Gesichtsverletzte. Studentische Ausbildung und ambulante Patientenversorgung finden unter erschwerten Bedingungen statt. |
| 1947 | Nach dem Krieg Wiederaufnahme des Lehrbetriebes in der Zahnklinik u.a. mit Vorlesungen im Fach Prothetik sowie über werkstoffkundliche Themen. |
| 1958 | Leitung der Prothetischen Abteilung durch Eberhardt Reumuth als Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Prothetische Zahnheilkunde. |
| 1969 | Berufung Reumuths zum ordentlichen Professor für das Fachgebiet Prothetische Stomatologie. Zum ersten Mal in der Geschichte der Universität Rostock wird ein Lehrstuhl für dieses Fachgebiet eingerichtet. |
| 1970 | Eberhard Laetzsch übernimmt die Kommissarische Leitung der Abteilung für Prothetische Stomatologie. |
| 1971 | Einführung des Klinischen Komplexkurses unter Leitung des Oberarztes Heinrich von Schwanewede. |
| 1975 | Berufung von Günter Knak auf den Lehrstuhl für Prothetische Stomatologie. |
| 1983 | Gründung der Sektion Stomatologie an der Medizinischen Fakultät. Die Prothetische Stomatologie wird in den Rang einer Poliklinik erhoben. |
| 1984 | Heinrich von Schwanewede wird auf den Lehrstuhl für Prothetische Stomatologie berufen und Direktor der Poliklinik für Prothetische Stomatologie. |
| 1990 | Umbenennung der Sektion Stomatologie in „Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“. |
| 1991 | Heinrich von Schwanewede wird zum Geschäftsführenden Direktor der Klinik und Polikliniken gewählt. |
| 1994 | Inbetriebnahme des neuen Ausbildungstraktes für Zahnmedizinstudenten als einer der modernsten in Deutschland. Wahl Heinrich von Schwanewedes zum Vorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde. |
| 1994 - 1997 | Nach der Wiedervereinigung plant die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hochschulpolitische Umbrüche und Sparmaßnahmen an den beiden Universitäten des Landes. Der Wissenschaftsrat empfiehlt die Schließung des Studiengangs Zahnmedizin an der Universität Rostock zugunsten des Standortes Greifswald. Es beginnt ein langer, zäher Kampf um den Erhalt der Zahnmedizin in Rostock unter maßgeblicher Führung von Prof. von Schwanewede. Protestveranstaltungen von Studenten und dem Lehrkörper der Universität, Repräsentanten der Stadt, der Ärzte- und Zahnärztekammer des Landes, der Universitäts-, Fakultäts- und Klinikleitung sowie der Rostocker Bevölkerung. Deutschlandweite Proteste gegen die Schließung auch von hochrangigen Vertretern angesehener Fachgremien. Trotz aller Anstrengungen und Zugeständnissen gegenüber der Landesregierung bestätigt der Landtag in Schwerin am 27. August 1997 die Schließung des Studiengangs Zahnmedizin an der Universität Rostock. Ab dem Wintersemester 1997/98 erfolgen keine Neuimmatrikulationen mehr. |
| 1998 - 2002 | Der Niederlage zum Trotz finden sich die Zahnmedizin, die Medizinische Fakultät und die Universität Rostock nicht mit der Schließung des Studiengangs ab. Alle Unterstützer der vergangenen Jahre scheuen keinen Einsatz, um die Klinikleitung auf der Suche nach neuen Wegen für die Wiedereröffnung des Studiengangs Zahnmedizin zu begleiten. Am 10. Juli 1998 wird der „Verein zur Erhaltung und Förderung der Zahnmedizin an der Universität Rostock“ ins Leben gerufen. Von diesem getragen, wird Mitte Dezember 1998 ein Antrag auf eine Volksinitiative mit 24.700 Unterschriften an den Landtag übergeben. Dem Antrag wird stattgegeben und damit erscheint die Möglichkeit, dass der Studiengang Zahnmedizin wieder eingerichtet wird. Zur gleichen Zeit plant die Landesregierung die Novellierung des Landeshochschulgesetzes. Das zähe Ringen um die Wiedereinführung des Studiengangs geht auch in den Folgejahren weiter. Die Zeit wird von der Medizinischen Fakultät und der Zahnmedizin u.a. genutzt, um eine tragfähige Konzeption für die Wiedereinrichtung des Studiengangs Zahnmedizin zu erarbeiten. Diese wird dem Ministerium Anfang 2001 übergeben. Es folgen weitere Überarbeitungen des Konzepts und Verhandlungen mit dem Ministerium und der Landesregierung, die sich bis Anfang 2002 hinziehen. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern schließt einen Vertrag zur Wiedereinrichtung des Studiengangs Zahnmedizin, der im Kern eine Kostenneutralität vorsieht. Zum Wintersemester 2002 wird vom Ministerium der Studiengang Zahnmedizin an der Universität Rostock bei der Zentralstelle zur Vergabe von Studienplätzen wieder angemeldet. Es werden erstmals wieder 25 Studenten an der Universität Rostock ins erste Semester immatrikuliert. |
| 2003 - 2006 | Die Zahnklinik erhält den Namen Klinik und Polikliniken für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde „Hans Moral“. Unter einer mittlerweile neu gewählten Landesregierung/Bildungsminister droht eine erneute Schließung des Studiengangs Zahnmedizin. Universität und Landesregierung begeben sich in einen Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht. |
| 2007 | Einvernehmliche Einigung beider Streitparteien und damit endgültige Entscheidung zum Erhalt der Zahnmedizin an der Universität Rostock. Der Studiengang Zahnmedizin feiert 125-jähriges und die Klinik 100-jähriges Jubiläum. |
| 2008 | Prof. Dr. von Schwanewede wird in den Ruhestand verabschiedet. |
| 2009 | Berufung von Prof. Dr. Peter Ottl zum Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde sowie Geschäftsführenden Direktor der Zahnklinik. |
| 2024 | Berufung von Prof. Dr. Oliver Schierz als Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde. |
Emeriti

Prof. em. Dr. Peter Ottl
Spezialist für Prothetik der DGPro
Spezialist für Funktionsdiagnostik und -therapie der DGFDT
EPA Specialist for Prosthodontics
peter.ottl{bei}med.uni-rostock.de

Prof. em. Dr. Heinrich von Schwanewede
0381 494 6511
heinrich.von_schwanewede{bei}med.uni-rostock.de



